Clarabella 8′ in der Walcker-Orgel in Tomintoul

Das Register zeichnet sich durch einen durchdringenden Flötenton aus, der aber sehr sympathisch in der Mittellage klingt. Im Bass werden Pfeifen aus dem Bordun entnommen, im Diskant erinnert die Klangfarbe direkt an eine Traversflöte. Intoniert auf 92mm WS ist das Register am Spieltisch eine kleine Idee zu stark, aber im Raum, der heute mit einem Teppichboden ausgelegt ist, klingt es warm und ausgeglichen.

C-H gedeckt aus Bourdun 16

c-h gedeckt eigenes Register  (BREITE c=aussen 57, innen 38mm, TIEFE 68 mm außen, 49 mm innen) Aufschnitthöhe c0=12mm

c1-c4 offen, runde Aufschnitte, Innenlabien, Frosch,  (siehe Foto, wo man den Kreisausschnitt mit d>als Pfeifenbreite erkennen kann)

Bild mit Orientierungskreis:

clara2.jpg

Ansicht des Registers:

clara01.jpg

Video:

gwm 03.07.09

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Skinner – stops – Registererläuterungen der Firma Skinner aus einem Prospekt ca 1925

Der Prospekt der Firma Skinner wurde von Oscar Walcker herangezogen bei der Bearbeitung der Walcker-Orgel Opus 2500, Nürnberg Reichsparteitag, dies lässt sich eindeutig auf Grund einiger Notizen Oscar Walcker’s belegen.
Für mich war sehr interessant zu sehen, welche Klangeigenschaften Skinner vereinzelten Registern beimaß, und dachte sofort, dass diese Beschreibungen sehr interessant in unserem AeolineBlog sein werden.
deckblatt.jpg

Schön ist auch der Umstand, dass wir einige Zeichnungen zu diesen Registererklärungen haben, womit Mensur und Gestaltung der Pfeifen erkennbar werden. Man sollte aber nicht allzu genau hier Maße herauslesen wollen.
Blatt 1 (von Basson, Bombarde 32′, Cello, Chimes, Clarinet, Corno ‚damour, Corno di Bassetto, Diapason, Dulcet)

blatt01.jpg  blatt02.jpg

English Horn, Erzähler, Flauto dolce, Flute celeste, French Horn, Gamba celeste, Gedeckt, Gross Gedeckt, Harmonic Flute, Harp, Celesta, Musette, Modern orchestral Voices,

blatt03.jpg  blatt04.jpg 

Nazard 2 2/3, Tierce 1 3/5, Septieme 1 1/7, Orchestral Oboe, Salicional, Trumpet, Unda Maris 4′

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gwm 20.06.09

(direkt nach einer Reise aus Bukarest)

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Dallen in Pfeifen beseitigen

Bei jeder Ausreinigung, ja, fast bei jeder größeren Wartung, nach Transporten und nach den vielen kleinen, alltäglichen Unfällen an Pfeifenorgeln finden wir sie: die hässlichen Dallen, oft an Prospektpfeifen, noch öfters an unsichtbaren, dünnwandigen Ladenpfeifen.

Einmal also ist es ein ästhetisches Problem, das uns gebietet, diesen Ent-formungen der schön polierten Pfeifen zu entgegenen, dann aber ist es auch ein Klangproblem, das auf Pfeifen zukommt, die mit Dallen verformt sind. Weitere Reparaturmaßnahmen in diesem Zusammenhang muessen getroffen werden an den Stimmvorrichtungen, die in jedem Fall genau so wie Dallen behandelt werden,  aber anschliessend gelötet werden müssen. Und bei Prospektpfeifen sind es oft Kratzer die beseitigt werden müssen, was am einfachsten mit feinster Stahlwolle geschieht. Die feinen Kratzschliffe dieser Stahlwolle kann man danach mit Silberpoliermittel beseitigen. All  dies sollte man an historischen Pfeifenmaterial jedoch grundsätzlich unterlassen.

Zuerst das Werkzeug, das man in Australien braucht, denn hier kann man nicht mit einer Pfeifenwerkstatt anreisen:

es sollte ein Weissbuche oder Weichholzbrett besorgt werden und eine Eisenstange, die möglichst nahe an den Durchmesser der zu reparierenden Pfeife herankommt. Diese Eisenstange wird an einem Ende in einen Holzklotz gespannt und ist vorne offen, um die Pfeife dort einzuführen. Hierzu zwei Bilder:

02_das_werkzeug.jpg 02a_werkzeug_mit_bank.jpg

Man sollte zunächst eine gewisse Praxis mit dem Klopfholz an alten Pfeifen erwerben. Wichtig ist, dass die Eisenstange völlig glatt und das Klopfholz frei von Ecken und Kanten ist.

Hier nun die feindliche Stelle, die mit Schlägen des Holzes ausgebügelt werden soll:

01_deformierte_pfeife.jpg

Vorsicht: das Wichtigste ist, dass man mit dieser Arbeit oft mehr Dallen mit dem Ende der STange in die Pfeife einbringt, als diese ohnehin schon hat. Sehr vonb Übel ist es, wenn dieses Ende die empfindlichen Stellen wie Labium und Kern malträtieren. Daher also zuerst ein paar alte Pfeifen restlos entsorgungssicher bearbeiten.

03_vorsicht.jpg

Hier das Ergebnis, das ich bei rund 120 Pfeifen hier in Canberra bewerkstelligen musste:

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denn die Federkraft der Stimmschieber war einfach zu stark, was nach Jahren jene Deformationen hervorrief.

gwm 14.April 09

Canberra

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Kernstiche

Manch einem gelten sie als das ausgesprochene Teufelswerk im Orgelbau, und anderen als Allheilmittel, um störende Pfeifengeräusche zu eliminieren. Besonders in den ersten beiden Nachkriegsjahrzehnten waren Kernstiche passé. Dafür waren Diskussionen um offene Fusslöcher und Kernspaltenintonation an der Tagesordnung. So in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts haben sich die Ansichten in Sachen Intonationshilfen gewandelt. Auch die von anerkannten Altmeistern vorgenommenen Kernstiche, wie Andreas Silbermann, haben die Vorstellungen über radikale Ansichten gemildert.

Hier an unserer kleinen Serienorgel, Walcker Positiv „E“ – Canberra, Australien, war ich erstaunt beim Gemshorn und Rohrflöte eine völlig platte und fauchende, gehaltlose Intonation vorzufinden , so dass ich mich entschloss jenes“grundtonloses“ Zischen gegen maximale Klangkraft einzutauschen. Dafür sind drei Intonationsschritte erforderlich:

a) die Pfeifen müssen an Fuß und Kernspalte maximal geöffnet werden

b) das Oberlabium muss sehr weit herausgehoben werden

und last not least c) der Kern muss einige Kernstiche erhalten, beim Gemshorn 8 bis etwa c“. Mit den Kernstichen wird der runde, volle Ton begünstigt, Anblasgeräusche werden minimiert.

Wir haben an dieser Orgel 65mm Winddruck, der Aufschnitt war bereits sehr hoch angelegt, die Klangstärke der Basspfeifen war auch wegen der viel zu engen Mensur unbefriedigend schwach. Das wurde durch die obigen Maßnahmen verbessert. Besonders in der Mittellage sind die Pfeifen wesentlich frischer in Erscheinung getreten.

Kernstiche sind bei diesem niedrigen Winddruck nur verhalten anzubringen, aber erforderlich. Man beginnt am besten in der Mitte des Kerns einen kleinen Stich mit diesem bei Laukhuff erhältlichen Kernstichmesser. Dann setzt man vielleicht noch zwei links und rechts. Eher etwas vorsichtiger eindrücken. Weil bei zu starkem, Eindruck der gegenteilige Effekt eintreten kann, nämlich, dass die Pfeife zu zischen beginnt.

dsc_0178.jpg gwm.jpg rohrfloete.jpg

Das erste Bild zeigt die Kernstiche mit dem Kernstichmesser, das zweite meinen ARbeitsplatz in Australien und das dritte die Rohrflöte im Vordergrund, dahinter Gemshorn. Man beachte die extrem enge Mensur an den rechten Pfeifen gut erkennbar.

gwm

Canberra 1.4.09 19Uhr43


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Über Labien, Aufschnitte und Kerne der Labialpfeifen

Vor einigen Tagen bat mich ein Organist ihn etwas über diese Zusammenhänge aufzuklären, da er viel missverständliche Angaben zu Labienbreiten und Kernschrägen in Bezug auf Walcker-Orgeln gehört habe. Manche Erweiterung an Walcker-Orgeln haben einfachste Faustregeln der Pfeifenfertigung, wie sie bei Walcker üblich war, außer Acht gelassen, was die Einbindung dieser Pfeifen erschwert hat.
Das Thema war in der Tat nach dem II.WK sehr aktuell bei Walcker, da die alten Tabellen und Angaben von Oscar Walcker und seinen Bearbeitungen seit der Praetoriusorgel, für die kommenden Instrumente in neue Formen gegossen wurden.

LABIERUNG

Hinzu kommt, dass meist nur die Intonateure und Pfeifenmacher wissen, dass die Umfangmensur eines Labialregisters zwar für die Tragfähigkeit des Tones wichtig ist, aber für die Lautstärke keine besondere Rolle spielt. Hier ist viel bedeutender welcher Querschnitt die Kernspalte aufweist, und das ist wiederum bestimmt durch Labienbreite (LB) und Kernspaltbreite. Das Letztere ist aus physikalischen Gründen sehr begrenzt, ermöglicht dem Intonateur aber neben der Erweiterung am Fussloch den Windfluss an der Pfeife so zu regulieren, dass sie lauter oder leiser klingt.

Die Labienbreite hingegen wird vor Fertigung der Pfeifen festgelegt und ist nach Fertigstellung der Pfeifen nicht mehr zu ändern. Hier haben wir es mit einer Konstanten zu tun, mit der man die Lautstärke eines Registers festgelegt wird. Und auch später kann man sehr gut erfassen welche Klangvorstellung der Planer bei dem Pfeifenwerk gehabt hat.

An der nachfolgenden Skizze habe ich drei verschiedene Labienbreiten skizziert: a) breit labiert b) normal labiert c) eng labiert

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Der Pfeifenkörper ist, bevor er rundiert wird, ein rechteckiges Orgelmetallblech, genannte „Platte“, die mit Plattenbreite (PB) und Länge (PL) maßlich vom Pfeifenmacher bezeichnet wird. Das Labium beim Prinzipal ist in der Regel bei allen Orgelbauern gleich und rund 1/4 der Plattenbreite (untere Skizze). Man sagt also im Orgelbauerslang, LB= 1/4 PB, und weiß dann, dass es eine ganz normale Prinzipal-Lautstärke haben wird.

Wird das Labium enger gehalten, so wird diese Pfeifen schwächer im Klang. Fertigt man das Labium weiter als 1/4 PB so werden diese Pfeifen lauter. Die engsten Labien wurden lt. Aufzeichnungen Walcker bei der Bachflöte verwendet, mit bis zu 1/6 PB. Die breitesten Labien wurden wahrscheinlich bei starken Mixturen wie dem Scharff mit LB bis zu 1/3,5 PB und labialen Trompetenfortsetzungen LB bis zu 1/3 PB.

Eine ganz einfache Tabelle mit Kategorisierung der Labienbreite wurde bei Walcker nach diesem Muster verwendet:

2009-02-06_192731.jpg

Ein Umstand kommt hier allerdings nicht zur Erscheinung, nämlich die Tatsache, dass bei Andreas Silbermann, der bei vielen Mensuren Walckers Pate stand, changierende oder einfach variable Labienmensuren verwendet hat, was bei Walcker erst ab 1978 passiert ist.

So also waren bei Silbermann in der tiefen Lage die Pfeifen weiter labiert und wurden zum Diskant hin zurückgenommen, was auch unserem heutigen Hörgewohnheiten entgegenkommt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Mixturen wenn diese Pfeifen weiter als 1/4 PB labiert werden, viel schneller beim Stimmen eingknicken, da ja weniger Körpermaterial zur Stützung vorhanden ist. Daher ist unbedingt zu empfehlen, niemals bei Mixturen über 1/4 PB hinauszugehen. Denn laut sind die Dinger ohnehin genug.

KERNSCHRÄGEN UND KERNFASEN

Der Aufschnitt der Pfeifen wird in Abhängigkeit zur Labiumbreite ermittelt, auch hier könnte man sagen 1/4 LB = niederer Aufschnitt und 1/2 oder mehr ist schon ganz schön aufgeschnitten- und danach richtet sich nun die Dicke des Kernes, der aber logischerweise vor dem Aufschneiden des Oberlabiums festgelegt wird er ist KD = 1/4 AH (1/4 Aufschnitthöhe = Kerndicke). Je höher der Aufschnitt ist, desto weniger Obertöne entwickelt das Luftband, das sich am Oberlabium schneidet.

Als Kernschrägen gab es bei Walcker nur zwei grundsätzliche Möglichkeiten: 52 Grad = schräge Kerne, 68 Grad = steiler Kern. Dazu muss man sich die nachfolgende Skizze, die eine geschnittene Labialpfeife darstellt, sich vergegenwärtigen:

img_0001.jpg

Von Silbermann stammt der Gedanke, eine Gegenphase unten am Kern anzubringen hier mit 74 Grad angegeben. Und es sei noch auf das Unterlabium hingewiesen, dass 172 Grad zu einer gedachten Parallellinie zum Pfeifenkörper oder schlicht -8Grad eingelassen werden soll.

Die schrägen Kerne mit 52 Grad wurden bei Walcker in Pommer, Flöten, Bourdun, Gemshorn, Gedackt, Sesquialter, Streicher, eingebaut während die steilen Kerne bei den Prinzipalen und Mixturen Eingang fanden.

AUFSCHNITTE

  • Weit mensurierte Register werden nieder aufgeschnitten
  • Eng mensurierte Register dagegen höher aufgeschnitten
  • Niederer Winddruck erfordert niederen Aufschnitt
  • Hoher Winddruck dagegen höheren Aufschnitt
  • Aufschnitte werden im Diskant grundsätzlich niederer gemacht als im Baß (aus Gründen der Stimmhaltung, Tonklarheit)

Hier ein paar Angaben der Aufschnitthöhen mit Registerangaben:

  • Prinzipal 8 1/3,4 – 1/4 LB
  • Oktave 4 1-2 HT niederer als 8′
  • Prinzipal 2 2 HT niederer als 4′
  • Flöten 8+4 1/2,5 – 1/3 LB
  • Gedackte 8 und 4 1/2 – 1/3 LB
  • Quintatön 16+8+4 1/3,5 – 1/4 LB
  • Schwiegel, Quinten, Terzen 1/3,4 – 1/4LB
  • Septime,None 1/5- 1/7 LB
  • Nachthorn, Flöten, Streicher 1/3-1/4 LB

gwm

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Nun klinget wohl ihr Pfeifen all“- Das Klang-Welt-Bild von Walter Supper

gezeigt an den beiden Walcker-Orgeln in Fürth,St. Paul, Bj 1964, III/54, m-e, gebaut als Opus 4480, und weiter unten ULM, Opus 5000.

Walter Supper hat an dieser Orgel seine Klangvorstellungen an zwei Schallplattenaufnahmen aus dieser Zeit gezeigt, die wir hier in Form von MP3-files zeigen. Daraus geht schon sehr klar hervor wie man diese Neobarock-Orgeln in ihrer klanglichen Funktion hören wollte. Bei der Aufnahme im Ulmer Münster hat Walter Supper selbst gespielt. Ich war mehrfach mit ihm in Ulm, und denke, er war mit Sicherheit ein genialer Orgelarchitekt, was man vielleicht in 30 oder 50 Jahren sehen wird, seine Klangvorstellungen wird man auch irgendwann akzeptieren, aber es wird hierbei wohl nie eine 100%ige Zustimmung zu diesen Klängen geben.

Hier zunächst die Fürther-Orgel mit Disposition und Bild (aus HM 35 – auch aufgeführt in der Festschrift Opus 5300)

fuerth1.JPG fuerth2.JPG

und hier nun die beiden MP3-Klangaufnahmen von dieser Orgel in Fürth:

Nun klinget wohl Fuerth_01.mp3

nun klinget wohl Fuerth_02.mp3

Der zweite Teil dieser interessanten Pfeifenklangdemonstration spielt sich an der Walcker-Orgel im Ulmer Münster ab, Opus 5000, Baujahr 1968 , IV/95, m-e, und hier zeige ich zuerst den genialen Entwurf von Dr. Walter Supper, dann einen Auszug aus ORGAN YEAR BOOK 1970 in englischer Sprache von Dr.Supper erstellt, der ebenfalls sehr interessant ist, weil nicht oft bekannt:

ulm1.JPG ulm3.JPG ulm4.JPG ulm5.JPG

und hier nun: Klinget wohl ihr Pfeifen all im Ulmer Münster.mp3, darunter auch viele Pfeifen aus der alten Eberhard Friedrich Walcker-Orgel, die wie Walter Supper in seinem englischen Artikel schreibt, hervorragende Arbeiten darstellen.

gwm 27.1.09

ergänzt mit dem Bild: Walter Supper erläutert sein Modell „Ulm“ in Ludwigsburg interessierten Studenten

w_supper_erlauetert.jpg

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Klangbeispiele und Bilder zur Schyvenorgel in Santo Domingo

Dieses Instrument ist eine verkleinerte Version unserer Kathedral-Orgel, und hat natürlich weniger Register. Aber das Instrument ist spielbar und wir haben einige Register hier aufgenommen:

Einige Fragen gingen nach den Mixturen (Fournituren) von Schyven. Hier haben wir eine 4fache Mixtur 2 2/3 – 2 – 1 1/3 – 1, die auf allen c repetiert.

fourniture.jpg fourniture02.jpg fourniture.mp3

Die Schyven-Orgel in Santo Domingo, übrigens einer der schönsten Kirchengebäude, die ich bisher in Costa Rica fand, ist ähnlich aufgebaut wie ihre große Schwester in der Kathedrale in San José, aber mit geringerer Registeranzahl bestückt. Hier sehen wir die Bilder der Kirche und den Orgelprospekt (den ich etwas aufbereitet habe, weil er mit einigen fehlenden Pfeifen sehr schrecklich aussieht)

kirche.jpg ansicht.jpg

Die Zungen dieser Orgel sind allesamt unspielbar. Interessant ist von der Bauform her die Oboe, eine Basson hautbois 8′, und ich fand die selbe Vox humana 8′ wie in San José.

basson_hautbois.jpg basson_hautbois01.jpg

dokumentiert die Unspielbarkeit: hautbois_voxhuman.mp3

Weitere MP3-files von Aufnahmen, darunter eine schöne Gambe, ein wunderbares Streicherduett mit Vox coelestis und Dolciana 8 und Dolce 4′

Dolciana 8′ im II.Manual, Récit : dolciana8_ii.mp3

Dolce 4′ , das ist die Erweiterung von 8′ : dolce4_ii.mp3

Flute harmonique 8+4 vom II.Manual mit Bourdun : flute48ii_mit_bourd.mp3

Flute 4′ : flute.mp3

Flute 8′ : flute_harm_ii.mp3

Quinte 2 2/3 : quinte3.mp3

Vox coelestis und Dolce 8 : vox_voxdolc.mp3

DISPOSITION DER ORGEL :disposantodomingo.pdf

gwm 6.12.08 San José

fenster_bei_orgel.jpg

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Cor anglais 8′ im Positif der Schyven-Orgel in San José

Das war schon eine schöne Überraschung in unserer Schyven-Orgel eine durchschlagende Zunge im Positif vorzufinden. Aufgefallen ist das Register niemandem so recht, weil erhebliches Pfeifenmaterial einfach nicht ging, und so dieses Register nicht unbedingt zu den oft gezogenen Stimmen zählte. Nun aber ist das Interesse erwacht.

Das Positif wird mit rund 120mmWS betrieben, so auch diese Stimme. Wir haben beim C einen langen Holzstiefel mit 70x90mm Aussenmaßen und einer Länge von 660mm. Darauf befinden sich die Nuß mit Kehle, Stimmkrücke und Stumpen. In diesem ist ein einfacher, trichterförmiger Becher eingelassen, der beim C 1150mm lang ist und einen lichten Durchmesser von 94mm hat.

Das Zungenunterteil ist bis auf die durchschlagende Zunge gebaut wie eine aufschlagende Zunge. Kann also einfach gestimmt werden – ist aber noch nicht intoniert, daher kann ich über Klang und Verschmelzung mit anderen Register noch nichts aussagen.

Hier die zugehörigen Fotos:

cor_anglais02.jpg cor_anglais03.jpg cor_anglais04.jpg cor_anglais05.jpg cor_anglais06.jpg

6.12.08 gwm, San José

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Pedal-Pfeifenwerk der Schyven-Orgel in San José

Nachdem ein sehr großes Interesse auf diese Pfeifengestaltungen der Schyven-Orgel in San José entstanden ist, habe ich weitere Informationen dazu aufbereitet. Ich zeige hier zunächst den Schnitt der Pedallade. Wir haben hier zwei Ventilkästen. Der rechte Ventilkasten beinhaltet die Ventile für die Zungen. Der Wind hierzu kann über einen Tritt am Spieltisch zu – und abgestellt werden. Der linke Ventilkasten für Contre Bass, die Fortsetzung des Octav Bass und Flöte steht immer unter Wind (derzeit sind es 118mm WS, war wahrscheinlich bei Kalkantenbetrieb um 95-100mm).

Die Pfeifen sind auf dem Foto beschrieben. Wir haben also ein Contre Bass 16′ aus Holz (C= 240x220mm i.L.), dieses Register wird weitergeführt zum Octave Bass 8′ ebenfalls in Holz. Dann gibt es eine Flute 4′, eine weite tragfähige Flöte mit 92mm i.L. Durchmesser beim C. Die Bombarde 16′ mit Zinnbecher in ganzer Länge, Durchm. C= 184mm, wird weitergeführt als Trompete 8′ ca. 120mm und weiter als Clairon 4′.

pedal.jpg contre_basse_16.jpg trompett_ped.jpg flute01.jpg flute02.jpg

Der Kontrabass ist sehr gut vom C ab, während die Bombarde im Bass (auch jener im G.O.) etwas dünn klingt und z.B. mit keiner Sauer- oder Walcker – Posaune aus dieser Zeit mithalten kann. Die Zungenblätter sind alle mehr oder weniger nach nun 100 Jahren im Material  ermüdet und werden bei einer nächsten Arbeit  ausgewechselt.

gwm 5.12.08 San José

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Bombarde 16′ im Grand Orgue der Schyven-Orgel in San José

Dieses Register ist im Bass ein Problem, weswegen ich mich damit etwas näher befasse.

Die Zungen sind kaum federhart und somit nicht mehr formbar. Eine Ausnahme bildet das C, welches ich wegen den Maßen und dem Aufwurf etc. etwas genauer hier in Form von Fotografien darstelle. Ein weiteres größeres Problem stellen die Becher in ganzer Länge dar, die durch das weiche Material etwas in sich gesackt sind und mit schlechter Lötarbeit geflickt wurden.

Hier die verschiedenen Fotos, die teilweise im Bild kommentiert sind:

dsc_0104.jpg    dsc_0105.jpg     dsc_0106.jpg     dsc_0108.jpg     dsc_0109.jpg   

gwm 3.12.08

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