Mixtura obscura

Nicht schlecht gestaunt haben wir bei der Gegenüberstellung der Mixturzusammensetzung in der Tamburini-Orgel in Rom-Santa-Cecilia im III.Manual, Schwellwerk.

Diese fünffache Mixtur, die nach meinem Selbstverständnis, eine gut ausgewogene Teiltonaneinanderreihung vom 8-Fuß haben sollte etwa nach einem Muster:

C:  2 – 1 1/3 – 1- 2/3 – 1/2

c:   2 2/3 – 2 – 1 1/3 – 1 – 2/3

c1:  4 – 2 2/3 –  2 – 1 1/3 – 1

ab c2:  8  – 4 – 2 2/3- 2 – 1 1/3

wenn man Doppelchöre vermeiden will, weil das immer gewisse Schwierigkeiten bei der Stimmhaltung verursachen kann, hat uns ganz schön überrascht mit einer Zusammenstellung, die keiner von uns so je gesehen hat:

 

C-fs: 2 – 1 1/3 – 1 – 1 – ½

g-h:  2 – 1 1/3 – 1 – 1 – ½

c1-fs1: 2 – 1 1/3 – 1 1/3 – 1 – 1

g1 – h1: 2 – 2 – 2 – 1 1/3 – 1 1/3

c2 – fs2: 2 2/3 – 2 2/3 – 2 – 2 – 2

c3 – fs3: 4 – 4 – 4 – 2 2/3 – 2 2/3

ab g3: 8 – 8 – 4 – 4 – 2 2/3

 

Ohne diese Mixtur überhaupt gehört zu haben, scheint klar zu sein, dass es sich hier um keine Klangkrone sondern um einen Versuch handelt, der auf eine Persiflage des Nepobarock hinausläuft?

 

Zu dieser vereierten Zusammenstellung ein paar Bilder, bei denen man die kuriosen Pfeifenlängen beachten sollte:

 mixtura_obscura4.jpg

 

mixtura_obscura1.jpg   mixtura_obscura3.jpg

 

gwm ( bei brütender Hitze in Giovanni Laterano und einen Tag vor Abflug nach Fußball-Germanien)

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Die Horizontaltrompete von Tamburini in Rom-Santa-Cecilia

Dieses Register – Trompetta orizzontal – II.Manual (Grand Organo) – ist sowohl von der äußeren Erscheinung als auch vom Klang durchaus eine schöne Sache. Wie ist die Konstruktion dieser Becher gestaltet – wurde ich von zwei Orgelfreunden befragt, weswegen ich mit diesem Register aus der Orgel beginne hier wieder unseren Reigen an Orgelregister fortzuführen.

Im Prinzipa handelt es sich um drei Teile des Bechers: a) dem Stumpen, der in der Nuss eingelassen ist. Diese Nuss ist aus Blei mit einer dicken Messinghülse, die in den Stiefel eingelassen ist b) aus dem konischen Mittelteil und c) aus dem gewölbten Aufsatz, der wie bei den Wurlitzer-Orgeln für entsprechende Ästhetik sorgt.

Hier ein Bild, wie sich das in der Orgel ansieht – leider kann man diese Becher außerhalb der Orgel nicht optisch wahrnehmen.

trompetta_orriz.jpg

Dies Konstruktion dieser Pfeifen möchte ich an den folgenden einzelnen Fotos demonstrieren:

trompetta_orriz1.jpg  trompetta_orriz2.jpg  trompetta_orriz5.jpg   trompetta_orriz61.jpg   trompetta_orriz4.jpg

und noch zwei Bilder, welche die Kehlenform und die messinggefasste Bleinuss genauer zeigen:

trompetta_orriz7.jpg    trompetta_orriz8.jpg

gwm

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gepresste Labien

Es findet über dieses Thema eine Diskussion auf einem Forum in Holland statt, wo auch einige interessante Bilder solcher Pfeifen zu sehen sind:

Es gibt immer wieder interessante Diskussion über gepresste Labien und ‚Fabriks’-Pfeifen aus der ersten Hälte des 20. Jahrhunderts. Siehe http://z12.invisionfree.com/organist/index.php?showtopic=1006.

Haben Sie mal ein Bild gesehen von einer ‚Labienpresse‘ und wissen Sie in wie vielen Mensurevarianten diese ‚Fabriks‘-Pfeiffen mit gepressten Labien erhaltlich waren? Einer öfters gehörten Beschwerden ist dass die Pfeiffen nur in einer sehr beschränkte Zahl von Standarmensüren gemacht werden konnten.

Ich habe mich bei der Firma Laukhuff erkundigt, dort wurden solche Pfeifen noch vor dem II.WK gefertigt, danach nicht mehr. Hier werden ausschließlich gedrückte und aufgelötete Labien gefertigt. Hingegen bietet die Firma Killinger das noch an.

Die Einschränkung bei Mensuren, glaube ich, ist nicht so elementar, wie man das vermutet. Aber ich muss zugeben, solch eine Presse noch nie gesehen zu haben, denn bei Walcker gabs das nicht.

gwm

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Tomintoul Op.1088, Bj 1903, das Pfeifenwerk in vier Zeichnungen

Diese Orgel hat spezielle Register, die bereits serienmässig gefertigt wurden, und die deswegen interessant sind, weil sie auch in großer Anzahl verbreitet waren.

Ich habe hier auf vier Zeichnungen wichtige Details aufgezeichnet und bemaßt, die man als Anhaltswert für Nachbauten, Restaurierungen verwenden kann.

Diapason 8’

diapason.jpg

 

Clarabella 4’

clarabella.jpg

 

Flautade 4’

 flautod.jpg

 

Dulciana 8’

dulciana.jpg

 

gwm

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Terpodion – was ist das?

Das Terpodion, der „Labgesang“, war ein von Joh. Dav. Buschmann in Friedrichroda gegen 1816 konstruiertes Reibstabspiel. Dabei hat eine Klaviermechanik abgestimmte Holzstäbchen gegen einen rotierenden Holzzylinder gedrückt. (nach  Curt Sachs „Reallexikon der Musikinstrumente“ 1962 nachgedruckt, 1912 Max Hesse Verlag)

In die Orgel fand das Register Eingang durch J.F.Schulze & Söhne als Terpodion 8′ in Halberstadt, Dom 1827/38, Wismar St. Marien 1851/54,  Doncaster St. Geroges 1857/62. Außerdem bauten F.A.Mehmel 1877 ‚in Stralsund Terpodeon 8‘ (ACTA ORGANOLOGICA 23, 1993, 286)

Eberlein, Orgelregister 619, schreibt: Das Abnahmegutachten zur Bremer Domorgel bezeichnet das Register als „enge, scharfe Gambe“; C-H waren aus Holz, dann Zinn. Audsley beschreibt das Register in Doncaster : stop is of cylindrical metal pipes, which have low and whide mouth and yielding tones of a pronounced reedy qualit. ARS ORGANI 28. 1980, 2, 90 : enges Metallregister mit STrichanflug, trotzdem noch flötenartig klingend, zylindrisch.

 Antwort auf diese Frage:

Hallo, ich suche Information über das Terpodion wie es warscheinlich bespielt war bei Nicolas Rops (Vater des Künstler Felicien Rops 1833-1898). Ich finde mehrere Beschreibungen vom Terpodion. Ich weiss nicht welches Instrument Vater Rops tatsächlich besatz. Und vor allem frage ich mir wie dieses Instrument klingt.! Vielleicht haben Sie ein Tip für mich? Vielen Dank im voraus, HS

 

gwm

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Das Klangdesign der Convention-Hall-Organ in Atlantic City 1.Teil

Die größte Orgel der Welt (World’s Greatest) sollte aus mehreren Gründen mit anderem Maßstäben betrachtet werden, als wir sie beim Bemessen von Orgeln in Europa verwenden. So wäre zunächst einmal zu sagen, dass diese Orgel, wenn überhaupt, „World’s Largest“  genannt werden sollte. Und wir wollen hier gleich einmal mit den fehlerhaften  Zahlenspielen der Amerikaner etwas aufräumen, bevor wir mit der Klanganalyse beginnen, basierend auf einer Schrift aus 1932 (Extracts From Specification). Zählt man alle dort angegebenen Pfeifenzahlen zusammen, erhält man eine Summe von 29.537 Pfeifen und keinesfalls 33.000 wie in vielen Schriften angegeben. Fehlerhafte Angaben sind sowohl bei Hielscher und Die Orgelseite sowie alle anderen Seiten, die schlichtweg den Werbeprospekt von der Erbauerfirma Midmer & Losh abgeschrieben haben. Hinzu kommt, dass wohl nie die ganze Orgel als Ganzes spielbar war, und so die „Größte Orgel der Welt“ ein Prädikat ist, das auf sehr tönernen Füßen steht.

Es handelt sich nach unserer Ermittlung exakt um 297 Pfeifenregister und 613 Transmissionen, was 970 Registerschalter ergibt. Darin enthalten sind auch die verschiedenen Register mit Schlagkörper, wie Castagneten, Triangel, Holzblöcke, Klavier etc.. Dazu kommen noch über 200 Schalter für Koppeln und anderes, was hier unberücksichtigt bleiben soll.

Zum Verständnis zur Klangstruktur sei anzumerken, dass spätestens seit der Henry Willis – Orgel in St. Paul’s Cathedral in London (1872) und vorher bereits der Konzertorgel für St. George´s Hall in Liverpool (1854)  auch in der angelsächsischen Welt orchestraler Klang in die Orgel eingezogen ist.

Da die in den USA schnell wachsenden Städte kaum mit nachwachsenden Orchestern und Opernhäusern Schritt halten konnten, machten sich rasch Orgeln in den Stadthallen breit, die das aufblühende Chorwesen und Musikinteresse bedienen konnten. Diese Orgeln wurden in vielen Einzelkabinen rund um den Saal eingebaut,und die allesamt schwellbar gestaltet wurden. Natürlich war hierzu nur die elektrische Traktur geeignet. Das von Hope-Jones erfundene Unit-System um 1900, ermöglichte außerdem, dass einzelne Pfeifenreihen mehrfach von verschiedenen Manualen und Pedal (Transmissionen) gespielt werden konnten.Außerdem konnten aus einer 32′-Pfeifenreihe problemlos 21 1/3′, 16′, 10 2/3′ etc. gezogen werden. Und genau dieses System macht es uns heute im Abendlande sehr schwierig die us-amerikanischen Orgeln in Größe und vor allem in ihrer klanglichen Struktur mit  mitteleuropäischen Instrumenten zu vergleichen.

Wir sehen an den nachfolgenden Dispositionsauszügen, dass oft auf einzelne Registereinschaltungen mehrere Pfeifenreihen gezogen wurden, besonders bei den großen Bassregistern werden vielfache Grund-und Teiltöne in Form von Pfeifenreihen addiert.Das heißt also, wie wir gleich auf dem ersten Blatt sehen werden, dass bei Einschaltung der CONTRA TIBIA CLAUSA 32′ folgende Registerreihen (ranks) gezogen werden: 32′, 21 1/3′, 16′, 8′, 5 1/3′, 4, 2 2/3′, 2′ (1′ ist ein Druckfehler) 1 1/3′. Das ist gegenüber dem kontinentalen Orgelbau etwas ganz Neues. Aber prinzipell auf den Gedanken Voglers und Helmholtz aufbauend.

Wir sehen auch, dass diese Reihe nicht lückenlos die Teiltöne 2,3,4,5,6,7,8 etc. repräsentiert, denn es fehlt  nach  2, 3,4 .. der 5te und der 7te Teilton, die wiederum aber in Terz 12 4/5 und Septieme 9 1/7 aus Unitsystemen herausgezogen werden. Also mit Schleifladen wäre das ohnehin nicht zu machen gewesen.

Von der Teilton-Organisation her ist das bereits mit den anstehenden Konstruktionen von elektromechanischer Klangerzeugung und späteren elektronischen Instrumenten die Grundlage. Klar ist, dass es bei Digitalen Instrumenten überhaupt kein Problem mehr darstellt und durch die völlig reine Stimmung zu einer gewissen Langeweile im Klang führt.

Die Winddrücke speziell hier in Atlantic City Hall sind alle exakt vorgeschrieben auf der Registerliste und werden in inch (1’’=25,4mm) angegeben. Wir erkennen schnell, dass hier mit sehr hohen Winddrücken gearbeitet wird, und, dass diese Winddrücke keiner Werkschematik unterliegen.

Die Spieltischanlage des 5manualigen Spieltisches ist:

Pedal (Reg.1-199)

I.Manual, Great CC-c5 = 73 Tasten (Reg.199-288)

II.Manual, (Reg. 204-326)

III.Manual, (Reg. 327- 464)

IV.Manual, (Reg. 465- 501)

V.Manual, (Reg. 502- 570) Antiphonal

Dieser Spieltisch wurde vor dem 7manualigen Ungetüm, auf dem sich Dupré ablichten ließ eingebaut. Er war mit Sicherheit derjenige, auf dem die ersten Konzerte abgehalten wurden. Hier ein Bild mit den Erbauern Midmer & Losh:

 spieltisch3.jpg

 

Der siebenmanualige Spieltisch

I.Manual = CHOIR, II.Manual = GREAT, III.Manual = SWELL, IV.Manual = SOLO, V.Manual = FANFARE, VI.Manual = ECHO, VII.Manual = GALLERY

und dieser Spieltisch hat rund 1250 Registertasten, die ich mir zunächst erspare hier einzeln zu zeigen. Dafür aber eine Spieltischansicht:

 

 spieltisch2.jpg  spieltisch1.jpg

 

Und nun kommen wir zum eigentlichen „Verhandlungsgegenstand“, nämlich dem Klangbild des Giganten.

Eine Schrift, die im Jahre 1932 herausgebracht wurde (ich nehme an, dass es eine Vertragsunterlage war, die alle Details des Orgelbaus enthielt, und die dann sxpäter für Organisten etc. herausgebracht wurde, damit sie eine greifbare Unterlage hatten, um sich vorzubereiten) Diese Schrift jedenfalls diente Oscar Walcker als Arbeitsunterlage für Nürnberg und sie ist die Grundlage für meine Zusammenfassung der Pfeifenanzahlen usw.

Ich habe nun die Angaben, die dort in englisher Sprache vermerkt sind ins Deutsche übersetzt, und damit können wir uns ein Bild machen über die Klangvorstellungen der Organisten und Architekten, die diese Orgel gebaut haben. Da das Ganze auf über 60 Seiten dargestellt ist, müssen wir uns bei der Darstellung hier etwas begrenzen.

Zunächst zeige ich die erste Seite des Pedals, es erfolgt eine Übersetzung der Klangbeschreibung, dann folgend verschiedene Fotos aus der Orgel. Und mit viel Glück werden weitere Blogs folgen, die diese Orgel weiter beschreiben.

Hier also das erste Blatt „Details of the Tonal Design of the Organ“:

text01.jpg text02.jpg

 

Die gesamte Orgel ist in rund 16 Orgel-Kammern untergebracht. Wir sehen nun an dem ersten Blatt, dass diese Pedalregister in den Kammern 1+2 untergebracht sind.

In der ganz rechten Spalte stehen die Anzahl der eigenständigen Pfeifen, natürlich sind es bei den hinzugezogenen Reihen mehr Pfeifen die sprechen, diese aber werden an ihrer Stelle auf der eigenen Windlade hinzuaddiert. Die gesamte Addition ergibt dann die Summe von 29.537 Pfeifen.

 

Die Klangeigenschaften der Register werden wie folgt beschrieben:

CONTRA TIBIA CLAUSA 32′ : soll tiefer im Ton sein als der des Diapason. soll nicht seine Quinte forcieren, soll ein gewisses Gewicht ergeben und ein fundamentale Qualität des Tones.

DIAPHON PHONON 16′ : der Principal-Flöten-Ton in Kammer 2. Infolgedessen soll er vollen, durchdringenden Charakter haben und in sich einen hohen Grad des offenen Holzpfeifenklanges mit wenig Obertonklang zeigen. Er darf keinesfalls zungenähnlich sein.

TIBIA MAJOR 16′ : Mit doppelten Labien, um ein MAximum von Tibiaqualität zu geben, die man überhaupt von einer Orgelpfeife erwarten kann.

PRINCIPAL 16′ : von Holz, soll ein Maximum an Obertönen geben und soll die Linie für diesen Abschnitt des Pedals sein; er soll ähnlich einer Schulze-Pedalstimme mit niederem Winddruck werden.

CONTRA VIOL 16′ : soll eine doppelt streichende Stimme sein; es soll den Charakter von einer maximalen Kraft haben, welche man überhaupt aus einer streichenden Stimme erzielen kann.

TIERCE und SEPTIME: solll mit einem Minimum von Obertönen intoniert werden und mit genügend Kraft, um einen Teil des Pedalchores zu sein.

BOMBARDE 32′ : soll einen geschlossenen Toncharakter sein, weicher als die Bombarde Nr.18, und passend als ähnliches Register zu Ophicleide

OPHICLEIDE 16′ : Principal-Pedal-Zunge mit einem reichen, vollen und führenden Ton. Dominiert die ganze Abteilung

TRUMPET 16′ : mit typischer Trompetencharaktersitik

CONTRA DIAPHONE 32′ : der führende 32′ Principal-Ton mit großem Gewicht und starker Kraf, frei von Zungenqualität

DIAPASON 32′ : obertonreich, und von solcher Kraft, wie man es von doppellabierten Metallpfeife erwarten kann

CONTRA BASS 16′: soll ein möglichst großes Obertonspektrum haben, damit ein voller Streichbass entsteht

TIBIA CLAUSA 16′ : einen vollen, aber weichen Ton haben, aber mit einem Minimum an Obertönen

STENTOR SESQUI ALTERA 7 ranks, soll bestehen aus weitlabierten Diapasonpfeifen, soll so intoniert sein, als es überhaupt an Brillanz und Kraft möglich ist, sie muss fähig sein, den ganzen Zungenchor zusammen zu fassen.

DULZIAN 64′, soll von Trombaqualität sein

BOMBARDE 32′, soll die hauptsächlichste Zunge 32′ sein, sie soll von mächtiger brillanter Qualität sein, sie soll Grundton haben mit der Tuba, und die Brillanz der Trompete haben

FAGGOTONE 32′, soll von ruhiger Intonation sein, der Charakter des Tones soll etwas schneidend sein

CONTRA POSAUNE 16′ soll viel mehr noch als Ophicleide Brillanz haben und soll so intoniert sein, dass sie die größt mögliche Tonstärke in der Trompetenfalmilie aufweist.

 

BILDER AUS DER ORGEL IN ATLANTIC CITY

FANFARE ORGAN – 1250mm WS

orgel_innen7.jpg

 

ECHO‘ ORGAN mit 32′ volle Länge DOUBLE LANGUID VIOLONE  375mm + 850mm WS

orgel_innen5.jpg

 

Stimmer in der FANFARE ORGAN an der GAMBA TUBA, im Vordergrund steht die TROMBA

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 Die 32′ CONTRA TROMBONE mit 875mm WS (mit Stimmer)

orgel_innen8.jpg

 

STENTOR MIXTUR gestimmt von Vincent Willis

orgel_innen10.jpg

 

 OFFENE 32′ im Montagesaal

orgel_innen11.jpg

 

gwm

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Die zehn wichtigsten Tabellen zu Pfeifenmaßen

Diese stammen von Mahrenholz und sind nur als grobe Anhaltswerte hilfreich.

Aus vielen Nachfragen von Kollegen in aller Welt, jetzt endlich mal online gebracht.

TABELLE 1 – Längenmaße für zylindrische-offene Pfeifen tabelle011.jpg

2) Längenmaße für konisch Gedackte

tabelle02.jpg

3)  Durchmessermensur für Labialpfeifen

tabelle03.jpg

4) Labienmensur

tabelle04.jpg

5) Oberer Durchmesser konische Rohrwerke (Trompeten)

tabelle05.jpg

6) wie 5  – enge Mensur-

tabelle06.jpg

7) Durchmesser zyl. Rohrwerke

tabelle07.jpg

8)  Zungenbreite

tabelle08.jpg

9) wie 8 aber schmäler

tabelle09.jpg

10) Zungendicke

tabelle10.jpg

gwm

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Trompeten made in USA

Als die Firma Walcker 1982 die Wurlitzer-Kinoorgel des Werner Ferdinand von Siemens, einem Enkel des berühmten Werner von Siemens, restaurierte und später ins Musikinstrumentenmuseum nach Berlin einbaute, war man doch gewaltig erstaunt diese hervorragende Qualität in Fertigung und besonders der eigenwilligen Pfeifenformen sehen zu dürfen. Weiterlesen

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Dulciana 8′, in Tomintoul, die zarteste Versuchung seit es Walcker gibt

Die Dulciana 8′ ist wohl eines der typischsten Register der Spätromantik. Zumindest wollen wir von keiner spätromantischen Orgel etwas hören, wenn nicht diese Dulciana. (sorry Mr. Hill)

dulci04.jpg

  • Unheimlich schön ist sie in der Walcker-Orgel in Tomintoul aus 1903, wo dieses Register mit Vox céleste 8′ (ab c und etwas höher gestimmt in Schwebung zur Dulciana) und  einer hauchzarten Flöte 4′ in einem Schwellkasten steht, der mit Knieschweller betätigt wird, was ein fantastisches Erlebnis ist.
  • Für den Orgelstimmer aber ein Problem darstellt, da eine Menge schwerer Bourdonpfeifen erst zur Seite geschleppt werden müssen.
  • Ich schreibe absichtlich in Schwebung zur Dulciana  ist diese fast identisch mensurierte und einen kleinen Kick schwächer intonierte Vox céleste 8′ gestimmt.Weil diese 8-Füsser sich auf der Kegellade so stark anziehen, dass man sie zweimal stimmen muss: einmal mit dem Principal, hier Diapason 8′ und dann nochmal in sich selbst also C-c-c1 etc.. Tut man das nicht, wird man sich wundern, dass nach erfolgter Stimmarbeit immer noch innerhalb der Oktaven Schwebungen zu vernehmen sind.
  • Aus diesem Grund ist die in Schwebung gestimmte Vox céleste nicht immer zwangsläufig in Schwebung zu allen anderen Registern gestimmt.
  • Der Schweller dieser Orgel ist eine großartige Angelegenheit: spielt man nach Principal oder Clarabella eines der drei Registers, so ist es als würde sich ein weit entferntes Fernwerk bemerkbar machen. Ätherischer Schleier, zarteste Andeutungen, und genau diese feinen Stimmen, die kaum für einen derben Bauernchor zum Mitsingen geeignet zu sein scheinen, haben es den Schotten hier angetan: they love their sound.
  • Zu den Mensuren der Dulciana folgender Hinweis: C-H aus dem Bourdon entnommen, c0 auf dem nachfolgenden Blatt 1:1 aufgezeichnet, c=175mm Umfang, 56mm Durchmesser, Rollenbart mit Holzrolle, Stimmschieber ohne Berührung der Enden:

dulci05.jpg

dulci01.jpg  dulci02.jpg  dulci031.jpg

und hier zwei mp3-flies, einmal Dulciana 8′ alleine und einmal mit der Vox céleste

  1. dulciana.mp3
  2. voix_celestdulciana.mp3

gwm (so ganz, ganz langsam ans Heimfliegen denkend…………..) 

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Principal, Gamba und Dulciana der Hill-Orgel aus 1875 in Inveraven/Schottland

Zehn Jahre ist es her seitdem diese Orgel ihr letztes Wörtlein gesungen hat.

Nun aber hat das Schweigen ein Ende.

Wir stellen hier in zwangloser Reihenfolge die Register dieser Orgel vor, die  den typisch englischen Charakter offenbaren. Die Disposition dieser Orgel stammt von 1875 von Hill& Son – London,  zwei Register, nämlich Dulciana und Gambe stammen von E.H.Lawton, Aberdeen, was qualitativ nicht an Hill heranreicht, aber interessante Klänge bietet.

Manual C-g“‘

  1. Open Diapason 8′
  2. Stopped Diapason 8′
  3. Dulciana 8′ – wird in dem nachfolgenden Video gezeigt
  4. Gamba 8′ – wird in dem nachfolgenden Video gezeigt
  5. Principal 4′  – wird in dem nachfolgenden Video gezeigt
  6. Waldflute 2′

Pedal C-f’1

  1. Bourdon 16′

couplers Great to Pedal –

Winddruck gesamte Orgel 67,8mmWS

Mensur Principal 4′  C:D69,5mm  Lab54,4   G:  51,4mm  c:44,4mm  g:31,9mm  c1: 26,7

Mensur Gamba 8ft C-g“‘, C-H Holz gemeinsam mit Dulciana, C= 55x63mm, A 31mm, c0=35mm, c1=22,4mm, c2=14,9mm, c3=10mm

Bild der Gamba, wo die feinen Sägezahnkernstiche erkenntlich sind, auch der sehr enge Stimmschlitz

gambe.jpg

Mensur Dulciana 8ft , c=53,8mm, c1=31,4mm, c2= 18,6mm, c3=11,8mm

Gamba und Dulciana stammen von Rushworth & Dreaper aus 1911, eingebaut von Lawton.

Hier das Video aus YouTube:

gwm

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