aeoline - blog

12.5.2008

Nachthorn 8′ - im Schwellwerk (Video02)

Abgelegt unter: Walcker Pfeifen — gewalcker @ 18:52

Das Nachthorn 8′ im Schwellwerk der Walcker-Orgel im Atheneum in Bukarest, wurde in den 60er Jahren durch einen Schwiegel 1′(!) ersetzt, was bei dieser Restaurierung wieder rückgängig gemacht wurde. Denn das Nachthron hat nicht nur elementare Grundtönigkeit zu bieten, die bei einer solchen Konzertsaalorgel notwendig ist, sondern hier wird auch eine Funktion wahrgenommen. Das Nachthorn dient hier nämlich als Grund für ein Cornett, das aus Nachthorn 8′, Rohrflöte 4′, Zartquinte 2 2/3′ und Terz 1 3/5′ zusammengestellt werden kann. Also war das Entfernen des Nachthorns, des einzigen labialen 8Fusses auf der unteren Schwellwerklade schon ein gehöriger Fehlgriff. Interessant ist die Bauform dieses changierenden Registers, das als Holzgedeckt beginnt, dann zur Rohrflöte mutiert, um endlich als offene Spitzflöte zu enden.

img_7410_bildgrose-andern.JPG

Um das Register klanglich festzulegen müssen wir noch den Einbau anderer Register abwarten. Hier nun auf diesem Video gibt es einmal ein paar einfache Akkorde um sich ein Klangbild zu machen. Die Tragfähigkeit der großen Holzpfeifen und auch der Rohrflöten kommen bei der Aufnahme zu kurz.

TECHNISCHE DATEN: Nachthorn 8′ im Schwellwerk III.Manual, Winddruck 95mm WS, C-H Holzpfeifen C= 137 x 113mm im Licht (Eiche) c-h’ Naturguß, Bauform Rohrflöte, c”-a”’ 75% c=95mm, c’=64mm, c”=37mm, c”’ 21mm, innerer Durchmesser.

Video mit ca 15MB

gwm 12.Mai.08

26.1.2008

Reparatur von Stimmvorrichtungen bei offenen Labialpfeifen

Abgelegt unter: Walcker Pfeifen, Allgemein — gewalcker @ 23:15

Hier in Bukarest haben wir wie in vielen anderen Orgel in aller Welt auch, ein Hauptproblem damit, dass die Stimmvorrichtungen dieser Labialpfeifen mit Mängeln behaftet sind.

Der “rote Makel “:

red_pipes.JPG

Dazu kommt, dass mit völlig ungeeigneten Mitteln versucht worden ist diese Probleme zu beseitigen. Jetzt also gilt es nicht nur die Stimmvorrichtungen wieder zuzulöten sondern zuvor die Klebereste alter Isolierbänder zu entfernen. Wie so etwas vor sich gehen kann und mit welcher Arbeit man hier konfrontiert wird, dies zeigen wir in dem nachfolgenden rund 5 minütigen Video. Werden diese leicht eingerissenen Stimmvorrichtungen nicht repariert, so hat man klangliche Probleme an der Pfeife und vor allem Stimmungsprobleme, da solche Pfeifen klanglich und in Stimmung unstabil sind.

4.12.2007

Oscar Walckers Klangvorstellungen

Abgelegt unter: Walcker Pfeifen, Allgemein — gewalcker @ 08:17

In Briefen an den Maler Hugo Körtzinger hat Oscar Walcker sehr offen seine Vorstellungen über Orgelbau, Menschen und Mensuren kund getan. Dieser Schriftwechsel ist noch nicht erschöpft. Wir wollen aber hier einen Einblick in die Klangvorstellungen dieses siebzig Jahre alten Orgelbauers, der alles erlebt hat, was es an Kriegen, Vernichtungen und Wiederaufbauten gab, was man sich nur so denken kann, hier beispielhaft vorstellen. Es sei jetzt auch nur einmal der Anfang gemacht, im Hinblick auf unsere Arbeit in Bukarest (Baujahr 1939) sind diese Ausführungen besonders wertvoll.

Oscar Walcker an Hugo Körtzinger


17.Okt.1938 Ich freue mich, dass Sie sich für das Hautbois 8′ entschieden haben; dieses Register wird besser seinen Zweck erfüllen und hält die Stimmung gut.

Ich möchte vorschlagen, der Rohrflöte 8 die Mensur zu geben:

Rohrflöte 8′

C

130mm Ø

Quintadena 8′

C

98mm

c

91

c

68

c’

61

c’

38

c”

36

c”

21

c”’

21

c”’

12,5

Prinzipal 4′

1-3fach Mensur nach Klotz

C

100

f an doppelchörig

1 /2 Ton enger

c

58

f ‘an dritte Reihe

1/2 Ton weiter

c’

33

c”

19

erste Reihe ist

4 tlg labiert

c”’

12

zweite Reihe ist

2/7 tlg labiert

dritte Reihe ist

2/9 tlg labiert

Nasat

C

66

Terz

C

48

c

41,5

c

29

c’

26,5

c’

17

c”

17

c”

9,7

c”’

11

c”’

5,5

Oktavbass 8′

C

138

Principal 8′ HW

C

120

c

85

c’

52

16.Dez. 1938 Das Hautbois, das wir ihnen vorschlagen , hat durchweg konische Becher mit enger Mensur. Der Klang ist ein heller, dünner Trompetenton. Die kurzbechrigen Barockzungen haben eben alle einen gewissen klirrenden, zungenrasselnden Klang. Die Zeichnung, die wir ihnen sandten, weist konische Becher auf, während die alte Oboe bei Ihnen doppelkonische Becher hat.

Was nun die Quintade 8′ anbelangt, so ist für deren Klang, die Mensur der Mittellage entscheidend, wir gaben Ihnen für das kleine c 68 c’ 38 c” 21 c”’ 12,5mm an. Die tiefe Oktave sollte nach dieser Mensur allerdings weiter, als 98 mm sein. Wir haben aber diese tiefe Oktave nach dem C enger mensuriert, weil nicht genügend Platz auf den Windladen zur Unterbringung dieser grossen Mensur vohanden ist. Übringens möge Ihnen folgender Vergleich ein Bild geben:

Mensur Walcker

C

100

c

61

c’

38

c”

38

c”’

16

Mensur Jahnn 74

102

67

39

22

13

Mensur Jahnn 10

117

67

38

22

13

Sie sehen also von der Mittellage ausgehend, dass das Ihnen vorgeschlagene Quintatön ziemlich weiter Mensur ist. Sie sehen aber auch, wie verschieden man die Mensuren eines solchen Registers macht.

Sie fragen, warum wir Nasard und Terz enger mensuriert hätten; wir wissen aber nicht, was Sie zum Vergleich heranziehen. Im allgemeinen ist man in neuer Zeit dazu übergegangen die Mensuren der kleinen Register etwas enger zu nehmen, weil die Tongebung eine sicherere ist, der Ton flackert nicht so, als wie bei den weiten Pfeifen.

23.Feb. 1939 Sie schreiben, dass das Pedal wirklich einen eigenen Subbaß und eine Quinte 10 2/3′ bekommen soll, wofür der bisherige transmittierende Subbass allein als Bordun den Tritten überlassen bleibe und die Bassflöte wegfalle. Diese Forderung verstehen wir nicht ganz. Wenn Sie später einen neuen Subbaß 16′ mit weiterer Mensur einbauen, würden wir raten den Quintbass 10 2/3′ als Transm. vom Subb. 16′ zu machen, das geht ohne Weiteres und gibt einen ganz guten grundtönigen 32′.

7.Juli 1939 Es interessiert mich ganz besonders, wie das mehrchörige Prinzipal sich klanglich gestaltet und einfügt. Ich hatte beim Probieren den Eindruck, dass dieses Register etwas hart klingt. vielleicht muss es bei der Intonation etwas zurückgenommen werden.

14.Juni1940 Was die Sonarklarine anbelangt, so kann ich Ihnen mitteilen, dass dieses Register von meinem Freund Trautner, Seminarmusikleher in Kaiserslautern erfunden worden ist. Dieser Mann hat sich ungemein Mühe gegeben den Charakter einer Zungenstimme nachzubilden, ohne dass die Verstimmung der Zungen in Rechnung genommen werden muss. Seine Versuche hat er vielfach hier in unserer Werkstatt gemacht. Und als es ihm schliesslich gelang eine Labialklarinette zu konstruieren und ein Patent darauf zu erhalten, ist er gestorben. Seine Idee war durch die Einengung und Erweiterung der Schwingungsknoten und Schwingungsbäuche im Pfeifenkörper den Klang zu beeinflussen. Ich hab von den seinerzeitigen Versuchen noch eine Pfeife hier, die ich Ihnen wohl am besten zuschicke, damit Sie sehen, wie diese klingt und aussieht. Ich habe seinerzeit von den Erben Trautners aufgefordert, die Fabrikation dieser Register abgelehnt, weil sie in der Intonation ausserordentlich sensibel sind und weil vorauszusehen war, dass doch viele nicht gebaut werden. Dann hat später Laukhuff diese Register weiter gebaut und fertigt sie, soviel ich weiss, heute noch an. Dieses Register hat vielleicht für die solistische Zwecke besondere Eigenarten, wird den Gesamtklang wohl etwas verdicken.

14.Juni 1940 Ich würde von einem überblasenden Prinzipal 4′ abraten, da das Überblasende doch immer etwas Ungesundes ist. Die Helligkeit kann man ja eher durch engere Mensur, als durch Überblasen erhalten.

29.Juli 1940 Was nun das Nachthorn 4′ anbelangt, so würde ich folgende Mensur vorschlagen: C 122,5, c 75, c’ 35, c” 26,5, c”’ 15. Es ist dies eine Mensur von Klotz, die wir schon verschiedentlich gebaut haben und die sich sehr bewährt hat., Die Mensur des Terzbasses 6 2/5′ habe ich konisch vorgeschlagen, weil ja dieses Register nicht besonder in seinem Klang hervortreten soll. Das Prinzipal 2′ wollen wir dann Ihrem Vorschlage entsprechend 2-3fach bauen. Die Seitenbärtchen werden wir besonders anlegen und bei den kleineren das Labium nicht so stark einreissen, Wenn irgend möglich, werden wir diese Register aus Kompositionsmetall machen, es liegen hier bestimmte Anordnungen der Metallüberwachungsstelle vor. Die weitere Entwicklung der Aufstellungsangelegenheit interessiert mit ausserordentlich. Schwarz schrieb mir, dass er sehr gerne an einem derartigen Plan mitarbeiten würde.

03.August 1940 Die Flöte maritima 2′ können wir ohne weiteres die Mensur der Flöte Lüneburg Johannisorgel geben. Was nun die Charaktersitik der einzelnen Stimmen der alten Anlage in Zusammenfassung mit den neuen anbelangt, so glaube ich, wäre es doich zweckmässig, wenn Sie dann seinerzeit, wenn wir an die Ausführung kommen nochmals eingehend Ihre diesbezüglichen Wünsche zu Papier bringen würden.,

(Abschrift gwm)

wird fortgesetzt

8.9.2007

Vox angelica und andere Schmeicheleien

Abgelegt unter: Walcker Pfeifen — gewalcker @ 21:23

Es passiert nicht sehr oft, dass man von Klängen fixiert wird. Dass man Orgelstimmen, die schon vom Namen her eine Sensation darstellen, ihre klangliche Umnebelung, ihren Glanz und ihre Unschuld auf so grundsätzliche Art auf uns herablassen, dass man unwillkürlich inne hält und sich fragt: “wie ist das möglich, und warum?”. Es gibt immer viele Erklärungen dazu, die einfachste ist wahrscheinlich die, dass man irgendwann beginnt den Klang von Orgelstimmen zu personifizieren. Und gerade hier bei der “Angelika” ist schon sehr viel Person im Spiel.

Beachten Sie aber auch den doppellabierten Bourdon, die zarte Fernflöte, die uns als Erscheinung im F e r n werk noch eine gehörige Prise mehr Ferne und Weite berschert, ja eine meeresumwogene Flöte fehlt hier noch, dunkel und schwer wie roter Wein oder wie das Meer selbst. Und beachten Sie vor allem diese auf sehr lange Stiefel gesetzte Vox humana - etwas das eine zauberhafte Wirkung - und nur hier in diesen Oscar Walcker-Orgel findet man wirklich “märchenhaft schöne”, gleichmässig intonierte, wunderbare ‘voce humanas’, wie ich sie mir immer in Spanien gewünscht habe, aber dort leider nie fand.

Nun diese Orgel werde ich erst später verraten, ein klanglich nie gefordertes Stück 20erJahre, verwoben mit allerlei Spielzeug, und leider auch schlecht restauriert. Nun wird sie eine ganze Zeit lang unspielbar sein.
img_1246.jpg

25.8.2007

Spanische Kröpfung AEOLINE 8′ (Bukarest)

Abgelegt unter: Walcker Pfeifen — gewalcker @ 16:03

Hierzu ist der auf diesen Seiten erschienene Artikel wichtig Pfeifen nach “spanischer Konstruktion”.

Dazu ist noch folgendes zu sagen. Diese Verfahren, mit einfachen Mitteln Pfeifen zu kröpfen und so eine Menge Platz zu sparen, sind durchaus nicht Allgemeingut im Orgelbau, wie man glauben sollte. Ich möchte an einen Vorfall erinnern, als wir im Jahre 1988 eine Firma beauftragten, die sich einbildete Pfeifen herstellen zu können, ein solches Register mit spanischem Kropf zu fertigen. Als dann der Tag der Begutachtung jener Arbeit heranschritt, stellte es sich heraus, dass die Firma die 12 Pfeifen gedeckt angefertigt hatte, weil sie den “Spanischen Kropf” nicht kannte und diese Arbeiten nicht mehr machen konnte, was Jahrzehnte vorher in diesen Werkstätten problemloser Usus war.

Dass natürlich eine gedeckte Pfeife ganz andere Teiltöne hat und damit anders klingt, als eine mit “spanischer Kröpfung, das hat jene Leute herzlich wenig interessiert.

Besonders im Hinblick auf das verschüttet gegangene Wissen um diese Pfeifenfertigungen, und weil man auch Pfeifen heute grundsätzlich bestellt und sich darüber keine Gedanken mehr zu machen braucht, haben wir uns entschlossen bei nächster Gelegenheit diese wichtige Pfeifengestaltung aufzugreifen und zu zeigen, wie das im Pfeifenbau vergangener Zeiten gemacht wurde.

Bei unserer Walcker-Orgel in Bukarest (gebaut 1939) waren wir völlig erstaunt festzustellen, dass dort kaum Kernstiche angewandt wurden. Hier bei der Aeoline sind sie da. Bei allen Prinzipalen, Gedackten, Subbaß und allen Flöten hingegen keine Spur. Ein Grund mehr, diese Kernstiche genau mit der Kamera festzuhalten.

Hier nun die 4 Pfeifen der Aeoline C, Cs, D und Ds mit spanischem Kropf. Das Foto zeigt den ausgebauten span. Kropf des C. Das Maßband ist auf einen Meter ausgezogen.

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img_1076.jpg img_1083.jpg img_1074.jpg img_1078.jpg

Wir sehen am dritten Foto eine ganz wichtige Einrichtung, eine Feder, die den Kropf in stimm-stabiler Lage hält. Weiter unten die besagten Kernstiche mit Makroobjektiv aufgenommen:

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interessante Fußan sichten AEOLINE C:

img_1090.jpg

So stehen die Pfeifen an der Wand, die größte Pfeife ist also das E, während die 4 spanisch gekröpften C-Ds weiter rechts stehen.

img_1111.jpg img_1084.jpg img_1089.jpg img_1094.jpg

(gwm) Bukarest 25.8.2007

30.6.2007

Romantische Subbässe 16′

Abgelegt unter: Walcker Pfeifen — gewalcker @ 20:35

Der Unterschied in Orgel-Mensur der Romantik und des Barock macht sich vor allem in den Bässen bemerkbar. Noch deutlicher fällt es auf bei Romantik versus Neobarock, wo gerade die hustenden Subässe der 60er Jahre zu heftigen (aber meist ergebnislosen) Bemühungen um Besserung führen.

Diese Subbässe an Klein-und mittleren Orgeln sind auch kaum durch Mensuranhebungen zu verbessern, da meist Winddruck und Windmenge fehlen. Hebt man Winddruck an, fehlt es an der Körperlänge usw..

Das nachfolgend abgebildete Mensurenblatt aus der Hand Eberhard Friedrich Walckers veranschaulicht welche klaren Mensurvorstellungen sich hier auftun. Dieses Mensurenblatt kann jeder für sich weiterführen indem er die geometrische Reihe der Töne weiterführt und die Mensur-Linien verlängert. Die oberen zwei Linien sind die wichtigen Angaben der lichten Weite in Tiefe und Breite der Holzpfeife. Das Blatt muss so vergößert werden, dass der Anfangs- Ton C in Weite oben genau 250mm hat, die zweite Weite ist 209mm.
Bei Gondelsheim ergibt sich dann beim C (Ds Mensur): Weite 222/186mm

bei Offenbach, Pforzheim, Ulm 2tes Pedal C (Fs Mensur): Weite 197/164mm

bei Tübingen, Hall, Notzingen, C (G Mensur): 190/158mm

Die unteren Mensurlinien bezeichnen: Fußlänge, Kernloch, Windloch und Holzdicke.

bild020017web.JPG

(gwm)

29.5.2007

Das “organo di legno” der Stuttgarter Eberhardskirchenorgel

Abgelegt unter: Walcker Pfeifen — gewalcker @ 19:39

Die Walcker-Orgel Opus 3500 für die Stuttgarter Eberhardskirche (III/47, Bj 1956) war für viele Orgelliebhaber im Stuttgarter Raum die klangschönste Orgel Stuttgarts in den 60er und 70er Jahren, als dort noch richtige Kirchenmusik gemacht wurde. (neben der Rundfunk-und der Stiftskirchenorgel). Das Herausragende war ihr “organo legno”, ein Werk das nur aus Holzpfeifen bestand, darunter eine Holzzimbel, ein Holzprinzipal 2′ - das mit einer Pfeife abschloss, die Walcker wahrscheinlich nie zuvor und danach gebaut hat:

4,7mm x 4,7mm i.L

27mm Länge

und

einem Aufschnitt von 0,7mm !

das letztere ein Vorgabescherz. Wir haben die kompletten Mensuren der 5 Register des organo di legno das J.N.David geplant hat hier für alle die sich diesen Mythos ins Haus holen wollen eingebracht. Auch die Holzzymbel 2fach ist darunter. Dinge, die noch wirkliche Innovationen (ein unschönes Wort) im Orgelbau darstellten. Die Orgel wurde vom Sachverständigen Böhringer 1982 zerstört, weil er bei der Planung von David unberücksichtigt gelassen wurde. Damit hat er sich ein Denkmal gesetzt, ein schön-hässliches. (gwm)

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21.5.2007

zur Zungenmensuration

Abgelegt unter: Walcker Pfeifen, Allgemein — gewalcker @ 12:54

Zur Zungenmensuration - die Zungendicke, Kehlenbreiten

In Wemmetsweiler fiel mir auf, dass die Posaune 16 sehr gut von C-H erklang, rund und volltönend, dann aber nahm auf gleicher Lade Kraft und Klangqualität schlagartig ab.

Die Untersuchung der Kehlen zeigte, dass C-H Nüsse und Kehlen aus Holz gefertigt waren, die Zungen waren nur 0,75mm (C) dick, mensuriert etwa nach dem Mensurenbuch von Oscar Walcker (mittlere Posaune). Ab c fanden wir dann Messingkehlen vor , die Zungen waren dicker, die Kehlen enger, es dürfte auf “enge Posaune” des Mensurenbuchs hinausgelaufen sein. Alle Kehlen waren mit Leder bestückt.

pos16_web.jpg pos1602_web.jpg pos1603_web.jpg

Zu den Zungendicken machte der Altmeister des Walckerschen Orgelbaus Karl Ruther im Mensurenbuch eine hochinteressante Notiz vom 14.3.1908, die in mehrfacher Beziehung die Gestaltung von Zungen 16′-8′ beleuchtet.

ruther.JPG Karl Ruther in der Stuttgarter Zeitung

DieZungendicke ist für die Mensuren 4/6 und 8 gleich. Es ist überhapt nicht so difficil mit den Dicken. Als normale Dicke bei Trompete, mit normalen Druck ist mir erinnerlich C= 0,58 c=0,40 c’=0,30 c”=0,20 c”’=0,11. Bei Giesecke-Oboe sind die Zungen ca 10% dünner. Englisch Oboe weiss ich ganz bestimmt auswendig, dass C=0,48 c=0,37 c’=0,28 c”=0,18 c”’=0,10 bei90mmWS.

Zungendicke hat englische Klarinett ca 10% dicker. Pos16 ist die Zungendicke bei 90mmWS C=0,95 c=0,65 c’=0,48. Die weiten Posaunenkehlen verwendete man für grosse Orgeln im allgemeinen über 40 Register. hierzu wurde Schallbecherweite C-Mensur Holz oder Zink genommen. Die mittleren Posaunenkehlen für die mittleren Orgeln 20-40 Register und Schallbecherweite D/Dis oder E-Mensur, je nach der Platzfrage.

Die engen Kehlen als Fortsetzung der Trompete und gewöhnlich für Schallbecher halbe Länge. Man kann bei der Schallbecher-Mensur bei Posaune natürlich bis zur A-mensur gehen und erhält im letzteren Falle eben dann fagottähnlichen 16′Ton. Für Orgeln unter 20 Register.

Es wurde dies einmal gemacht, wenn ich mich recht erinnere für eine Orgel für Südamerika mit ca. 15 Register und war die Wirkung gut. Wenn bei 90mm Winddruck die Dicke der Zunge bei C 4′ 0,40 ist , so ist sie bei 150mm 0,48-0,50, also bei 66 2/3% Winddrucksteigerung = 21 % Zungendickensteigerung.

Posaune 16Posaune 16 Posaune Trompete 8

14.5.2007

neue Klänge in Aeoline.de

Abgelegt unter: Walcker Pfeifen, Allgemein — gewalcker @ 20:03

Wir haben heute wichtige neue Klänge in die verschiedenen Untergruppen dort eingefügt. Sie stammen aus der Walcker-Orgel in Wemmetsweiler. Es handelt sich um folgende Register:

  1. Aeoline8_HW.mp3
  2. Cornett_NW.mp3
  3. Dolce_HW.mp3
  4. Gambe_HW.mp3
  5. Gedackt_HW.mp3
  6. Geigenprinc8_NW.mp3
  7. Hohlfloet_HW.mp3
  8. LieblGedakt8_NW.mp3
  9. Octav4_HW.mp3
  10. Princ8_HW.mp3
  11. Rohrfloet4_HW.mp3
  12. Salicion8_NW.mp3
  13. SingGed8_NW.mp3
  14. Traversfloet4_NW.mp3
  15. Trompete8_HW.mp3
  16. Voxcoelest8_NW.mp3

Bitte in den entsprechenden Menues nachsehen, die Linkverwaltung hierher ist leider zu kompliziert.

(gwm)

4.5.2007

Mensuren Walckerorgel in Wemmetsweiler Op.1101 Bj 1903

Abgelegt unter: Walcker Pfeifen — gewalcker @ 19:43

Diese Orgel ist klanglich ein ganz herausragendes Instrument.

Die Umstellung auf Schleifladen in den 80er Jahren hat zwar der klanglichen Entfaltung geschadet. Dennoch ist diese Orgel von solch überwältigender klanglichen Schönheit, dass man hofft, auch die wenigen Mixtur-Aufhellungen und jene  fehlende Fugara wieder einzusetzen und so langfristig eine Rückführung auf den ursprünglichen Zustand zu machen. Diese neuen Mixturen sind einfach grauenhaft.
Wir haben alle alten Pfeifen genau aufgemessen und mit den Walcker-Listen aus 1908 und anderen Walcker Aufzeichnungen aus dieser Zeit verglichen. Wir haben das Opusbuch noch einmal gedreht und gewendet, um eine wirklich identisch aufgenommene Orgel dieser Zeit mit den gültigen Zahlenwerten dieser wichtigen Mensuren zu haben.

Die Mensuren sind in der nachfolgenden Liste aufgeführt.

Wir haben auch verschiedene Pfeifenmaße mit bekannten Mensuren aus Eberhard Friedrich Walckers Orgeln verglichen. Dabei wurde festgestellt, dass viele grundlegende Baumaße für Gamben, Streicher und Principale, auch Zungen, oft aus Eberhard Friedrich Walckers Schöpfungen stammen und nur geringfügig in einzelnen Maßen abgewichen sind.

Auf lange Sicht haben wir ohnehin vor, diese Mensuren, die von EFW aufgezeichnet sind und in unserem Archiv vorliegen, in konkreten Fällen in Tabellen umzuschreiben, wie das hier nun bei Wemmetsweiler der Fall ist, damit man diese Klänge wieder hörbar machen kann. Das alleine ist das Ziel.

wemmetsweiler-mensur.pdf

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