Pfeifen nach „spanischer Konstruktion“

Vor zwei Wochen wurde ich von einem Orgelbauer nach Maßen und Bauweise jener „spanischen Konstruktionen“ befragt. Es gäbe kaum Hinweise in der Fachliteratur.

Um was geht es?

Dort, wo man nur geringe Höhe hat, aber auf offene Pfeifen nicht verzichten will, kann man über jene „spanische Konstruktionen“ die Labialpfeifen mit halber Länge bauen. Ein Rohr wird in den Pfeifenkörper eingebaut, so dass die ursprüngliche Pfeifenlänge bestehen bleibt.

Diese Konstruktion hat Walcker oft angewandt besonders in der Zeit 1920 bis 1940. Nach dem II. Weltkrieg ist es dann m.W kaum noch von unserer Firma gemacht worden. Obwohl auf diese Weise sogar konische Pfeifen „gekröpft“ werden können, was allerdings nicht einfach ist. Wie man an dieser Zeichnung sieht:sp_konstruktion0001.JPG

Interessant ist, dass man sogar 16′ Pfeifen auf 8′ Länge machen kann, und wie man auf der nachfolgenden Tabelle Oscar Walckers sieht, waren offensichtlich gerade die großen Oktaven der Streicher und Prinzipale im Visier der „spanischer Konstruktionen“.

(gwm)

sp_konstruktion.JPG

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