Archive for August, 2010

Die Prospektpfeifen in Rom St Cecilia – Eoline 16 – das deformierte C

Montag, August 9th, 2010

Die Metamorphose dieser Pfeife möchte ich hier kurz anhand einiger Bilder zeigen.

Zunächst die Ausgangslage in Erinnerung rufen:

eoline_c.jpg

Heute morgen, schon um 8 Uhr wurden wir durch kräftiges Klopfen in hinteren Räumen aufmerksam gemacht. Zoltan hat den restlos deformierten Stumpf der C-Pfeife abgesägt und die Platte gerade gerichtet. Nun wurde sie mit dem Gummihammer weiter bearbeitet:

blech01.jpg blech02.jpg blech03.jpg blech04.jpg blech05.jpg

danach wurde die platt geklopfte Platte auf dem Rundeisen wieder neu geformt und gelötet

stumpf01.jpg  stumpf02.jpg  stumpf03.jpgd

der übrige Pfeifenkörper wurde zur Übernahme des fragwürdigen Pfeifenstumpfes bearbeitet:

pfeifenkoerper_ohne_stumpf.jpg

Dann wird noch der sehr stark lädierte Kern neu auf den Fuss aufgelötet – danach werden Fuß und Pfeifenkörper verlötet.

kern_fuss.jpg

und jetzt bleibt nur noch in die Pfeife reinzublasen und festzustellen, ob der gewünschte Eolinenton erschallt, was hier tatsächlich der Fall war und bei nächster Gelegenheit mit einem Soundfile bewiesen wird.

In jedem Falle sind hier schon zwei neue Raster für die Pfeife hergerichtet, damit sie auch ganz bestimmt nicht mehr in diese Schieflage gerät, aus der wir sie befreien mussten.

raster.jpg

und hier wieder alle vereint eingebaut:

eoline16.jpg

gwm

Die Prospektpfeifen in Rom St Cecilia – Eoline 16

Freitag, August 6th, 2010

Es ist schon eine seltsame Sache bei einer „Neobarokko“ eine Eoline 16 im Pedal vorzufinden.

Dieses Register wird als Eolina 16′ ins Pedal geschaltet und kann dann weiterhin dort über Transmission noch als Dolce 8′  registriert werden.

Die Basspfeifen in ganzer Länge sind wahrscheinlich schon Jahrzehnte nicht mehr ansprechbar und spielbar gewesen, weil das Material in sich zusammengesackt ist. Grund sind fehlendes zweites Raster und der Fehler, dass die Pfeifen mit dem Gewicht nur auf den Fuß gestellt waren, also nicht noch über die Raster entlastet wurden. Dem Fuß hat das nichts ausgemacht, wir wunderten uns sehr über diesen Umstand. Wurden aber schnell belehrt, dass dieser Fuß aus Zink gefertigt war mit einer Zinnfolie überzogen, was man nicht auf den ersten Blick erkennen konnte.

Hier ein Bild des Ton C

labfuss04_zinnfolie.jpg

Eine weitere  Sache, welche den Klang heftig beeinträchtigt ist der Umstand, dass die Kerne aus nahezu papierdünnem Material gefertigt sind, was jede ordentliche Intonation sehr einschränkt. Denn minimales Bewegen des Kernes, um die Ansprache zu Verbessern ist so ein Glückspiel. Hier ein vom Körper abmontierter Fuß, wo man den aufgerissenen Kern und das dünne Material erkennen kann:

pfeifenfuss-mit-kern.jpg  pfeifenfuss-mit-kern02.jpg  

Weitere Bildern von den größten 10 Pfeifen, die rechts, seitlich im Prospekt stehen:

eoline01.jpg    labfuss01.jpg  labfuss03.jpg  labfuss02.jpg

und am Ende noch unser Zoltan Darabont aus Ungarn, der sich mit der Reparatur der C-Pfeife, sein wahres Meisterstück geschaffen hat

zoltaneoline.jpg

gwm

Die Prospektpfeifen in Rom St Cecilia – Geigenprincipal

Dienstag, August 3rd, 2010

Dieses Thema werden wir wohl nicht mit einem einzigen Blog komplett abhandeln können.

Wie jeder schnell ermessen kann, haben wir hier in St.Cecilia eine sehr große Anzahl an Pfeifen im Prospekt. Darunter befinden sich originale Walcker-Pfeifen aus 1892, denen dieser Blog gewidmet ist.

Hier zunächst das Prospektbild, als diese Orgel von Walcker 1894 von Walcker mit 32 Register eingebaut wurde:

0536_rom_cecilia_alter-prospekt.jpg

Eine sehr einfache, schöne Gestaltung, die mit Sicherheit an römischer Baukunst orientiert ist und mit dieser historisierender Art vielleicht sogar von römischen Meistern gefertigt wurde. Der Prospekt ist dreiteilig. In der Mitte das Feld in dem einige Pfeifen des Geigenprincipal 8′ des II.Manuals sich befinden. Dieser ist allerdings in der Disposition nur als Principal deklariert. Wir sehen, dass die Labien im mittleren Teil gerade verlaufen, in den beiden äußeren Feldern leicht gebrochen ablaufen. Alle Labien sind rund.

Beim Neubau der Orgel im Jahre 1972-74 wurde vor dem Walcker-Prospekt ein neuer zusätzlicher Prospekt gebaut wurde(an bisherige Stelle des Prospektes, während der Walcker-Prospekt nach oben hinter den neuen Prospekt mit Spitzlabien gestellt wurde) und rechts und links Zubauten mit großen Pedalpfeifen, wie man das auf diesem Foto sehen kann. (Ausbau des mittleren Prospektes – hier also werden die Walcker-Pfeifen gerade ausgebaut).

abbau.jpg

Wie bei Walcker üblich haben sich die Pfeifenmacher auf Prospektpfeifen immer verewigt.

geigenprincipal.jpg

Außerdem haben wir eine eindeutige Markierung die das belegt, ebenfalls auf dem oberen Foto zu sehen.

Das Pfeifenmaterial ist extrem weich, kleinster Druck ergibt sofort unschöne Dallen, auch die Füße sind stark deformiert.

geigenprincipal3.jpg

Hier eine nähere Ansicht des Labiums, woran man erkennt, dass die Bärte stark zurückg gestutzt wurden. Interessant auch die Art und Weise, wie die Kernstiche gesetzt wurden. Die Fußlöcher sind auf Grund des jetzt vorliegenden geringen Winddruck erheblich aufgemacht worden.

geigenprincipal2.jpg

Hier das Meer der anstehenden Pfeifen – das ist noch nicht einmal die Hälfte aller Prospektpfeifen:

geigenprincipal4.jpg  prospektpfeifen_.jpg

da heisst es nur noch : drücken, drücken und nochmals drückenzoltan_repairs.jpg

gwm