Archive for Dezember, 2008

Klangbeispiele und Bilder zur Schyvenorgel in Santo Domingo

Sonntag, Dezember 7th, 2008

Dieses Instrument ist eine verkleinerte Version unserer Kathedral-Orgel, und hat natürlich weniger Register. Aber das Instrument ist spielbar und wir haben einige Register hier aufgenommen:

Einige Fragen gingen nach den Mixturen (Fournituren) von Schyven. Hier haben wir eine 4fache Mixtur 2 2/3 – 2 – 1 1/3 – 1, die auf allen c repetiert.

fourniture.jpg fourniture02.jpg fourniture.mp3

Die Schyven-Orgel in Santo Domingo, übrigens einer der schönsten Kirchengebäude, die ich bisher in Costa Rica fand, ist ähnlich aufgebaut wie ihre große Schwester in der Kathedrale in San José, aber mit geringerer Registeranzahl bestückt. Hier sehen wir die Bilder der Kirche und den Orgelprospekt (den ich etwas aufbereitet habe, weil er mit einigen fehlenden Pfeifen sehr schrecklich aussieht)

kirche.jpg ansicht.jpg

Die Zungen dieser Orgel sind allesamt unspielbar. Interessant ist von der Bauform her die Oboe, eine Basson hautbois 8′, und ich fand die selbe Vox humana 8′ wie in San José.

basson_hautbois.jpg basson_hautbois01.jpg

dokumentiert die Unspielbarkeit: hautbois_voxhuman.mp3

Weitere MP3-files von Aufnahmen, darunter eine schöne Gambe, ein wunderbares Streicherduett mit Vox coelestis und Dolciana 8 und Dolce 4′

Dolciana 8′ im II.Manual, Récit : dolciana8_ii.mp3

Dolce 4′ , das ist die Erweiterung von 8′ : dolce4_ii.mp3

Flute harmonique 8+4 vom II.Manual mit Bourdun : flute48ii_mit_bourd.mp3

Flute 4′ : flute.mp3

Flute 8′ : flute_harm_ii.mp3

Quinte 2 2/3 : quinte3.mp3

Vox coelestis und Dolce 8 : vox_voxdolc.mp3

DISPOSITION DER ORGEL :disposantodomingo.pdf

gwm 6.12.08 San José

fenster_bei_orgel.jpg

Cor anglais 8′ im Positif der Schyven-Orgel in San José

Samstag, Dezember 6th, 2008

Das war schon eine schöne Überraschung in unserer Schyven-Orgel eine durchschlagende Zunge im Positif vorzufinden. Aufgefallen ist das Register niemandem so recht, weil erhebliches Pfeifenmaterial einfach nicht ging, und so dieses Register nicht unbedingt zu den oft gezogenen Stimmen zählte. Nun aber ist das Interesse erwacht.

Das Positif wird mit rund 120mmWS betrieben, so auch diese Stimme. Wir haben beim C einen langen Holzstiefel mit 70x90mm Aussenmaßen und einer Länge von 660mm. Darauf befinden sich die Nuß mit Kehle, Stimmkrücke und Stumpen. In diesem ist ein einfacher, trichterförmiger Becher eingelassen, der beim C 1150mm lang ist und einen lichten Durchmesser von 94mm hat.

Das Zungenunterteil ist bis auf die durchschlagende Zunge gebaut wie eine aufschlagende Zunge. Kann also einfach gestimmt werden – ist aber noch nicht intoniert, daher kann ich über Klang und Verschmelzung mit anderen Register noch nichts aussagen.

Hier die zugehörigen Fotos:

cor_anglais02.jpg cor_anglais03.jpg cor_anglais04.jpg cor_anglais05.jpg cor_anglais06.jpg

6.12.08 gwm, San José

Pedal-Pfeifenwerk der Schyven-Orgel in San José

Freitag, Dezember 5th, 2008

Nachdem ein sehr großes Interesse auf diese Pfeifengestaltungen der Schyven-Orgel in San José entstanden ist, habe ich weitere Informationen dazu aufbereitet. Ich zeige hier zunächst den Schnitt der Pedallade. Wir haben hier zwei Ventilkästen. Der rechte Ventilkasten beinhaltet die Ventile für die Zungen. Der Wind hierzu kann über einen Tritt am Spieltisch zu – und abgestellt werden. Der linke Ventilkasten für Contre Bass, die Fortsetzung des Octav Bass und Flöte steht immer unter Wind (derzeit sind es 118mm WS, war wahrscheinlich bei Kalkantenbetrieb um 95-100mm).

Die Pfeifen sind auf dem Foto beschrieben. Wir haben also ein Contre Bass 16′ aus Holz (C= 240x220mm i.L.), dieses Register wird weitergeführt zum Octave Bass 8′ ebenfalls in Holz. Dann gibt es eine Flute 4′, eine weite tragfähige Flöte mit 92mm i.L. Durchmesser beim C. Die Bombarde 16′ mit Zinnbecher in ganzer Länge, Durchm. C= 184mm, wird weitergeführt als Trompete 8′ ca. 120mm und weiter als Clairon 4′.

pedal.jpg contre_basse_16.jpg trompett_ped.jpg flute01.jpg flute02.jpg

Der Kontrabass ist sehr gut vom C ab, während die Bombarde im Bass (auch jener im G.O.) etwas dünn klingt und z.B. mit keiner Sauer- oder Walcker – Posaune aus dieser Zeit mithalten kann. Die Zungenblätter sind alle mehr oder weniger nach nun 100 Jahren im Material  ermüdet und werden bei einer nächsten Arbeit  ausgewechselt.

gwm 5.12.08 San José

Bombarde 16′ im Grand Orgue der Schyven-Orgel in San José

Mittwoch, Dezember 3rd, 2008

Dieses Register ist im Bass ein Problem, weswegen ich mich damit etwas näher befasse.

Die Zungen sind kaum federhart und somit nicht mehr formbar. Eine Ausnahme bildet das C, welches ich wegen den Maßen und dem Aufwurf etc. etwas genauer hier in Form von Fotografien darstelle. Ein weiteres größeres Problem stellen die Becher in ganzer Länge dar, die durch das weiche Material etwas in sich gesackt sind und mit schlechter Lötarbeit geflickt wurden.

Hier die verschiedenen Fotos, die teilweise im Bild kommentiert sind:

dsc_0104.jpg    dsc_0105.jpg     dsc_0106.jpg     dsc_0108.jpg     dsc_0109.jpg   

gwm 3.12.08