Archive for Juli, 2010

Bombarde 16′ im Pedal, Rom-Santa-Cecilia, Tamburini

Donnerstag, Juli 15th, 2010

Dieses Register ist aus mehreren Gründen interessant, insbesondere weil Details uns bisher unbekannt waren.

So der Umstand, dass Kehlen an die Nuss angelötet wird, wie das auf den nachfolgenden Bildern gesehen werden kann:

kehle01.jpg   kehle_nuss.jpg  kehle_nuss2.jpg 

Das Zungenblatt hat beim C eine Dicke von 0,72mm, was als sehr bescheiden gesehen werden kann. Aber man muss berücksichtigen, dass die Bombarde (im Gegensatz zur Ihrer horizontalen Schwester der Trompete 8′ im Hauptwerk II.Man, die mit 146mmWS !! betrieben wird) lediglich 62mm Winddruck im Kasten der Einzeltonlade aufweist. Diese Laden werden bei den Zungen grundsätzlich mit Ausstrombälgchen gesteuert. Wahrscheinlich wegen der besseren Ansprache. (Bei der liegenden Trompete sind hier jedoch derartig viele Zusammenstecher, dass das Register wahrscheinlich zehn Jahre nie richtig benutzt werden konnte)

Die Becherdurchmesser sind bescheiden, auch ein Zugeständnis an den Raum und die reduzierten Drücke. mit rund 190mm im Quadrat und einer Becherlänge von rund 4,5m sollte aber dorch ein schöner grundtöniger Zungenklang erbrausen.

ausbau_becher.jpg  becher01.jpg  becher02.jpg

Die Becher wurden mit speziellem Leinöl-Terpentingemisch eingelassen, um die Widerstandsfähigkeit des Holzes zu verbessern, und damit keine Trockenschäden auftreten.

becher03.jpg   becher04.jpg

Hier sieht man den Block indem die Nüsse samt Kehlen und Stimmvorrichtung eingelassen sind. Vorne sieht man einen Regulierschieber, mit dem der Windzufluss eingestellt werden kann.

bombarde_block.jpg

gwm (bei 35 Grad im Schatten der Klimaanlage, die heute mal nicht zu funkitionieren scheint)

Mixtura obscura

Dienstag, Juli 6th, 2010

Nicht schlecht gestaunt haben wir bei der Gegenüberstellung der Mixturzusammensetzung in der Tamburini-Orgel in Rom-Santa-Cecilia im III.Manual, Schwellwerk.

Diese fünffache Mixtur, die nach meinem Selbstverständnis, eine gut ausgewogene Teiltonaneinanderreihung vom 8-Fuß haben sollte etwa nach einem Muster:

C:  2 – 1 1/3 – 1- 2/3 – 1/2

c:   2 2/3 – 2 – 1 1/3 – 1 – 2/3

c1:  4 – 2 2/3 –  2 – 1 1/3 – 1

ab c2:  8  – 4 – 2 2/3- 2 – 1 1/3

wenn man Doppelchöre vermeiden will, weil das immer gewisse Schwierigkeiten bei der Stimmhaltung verursachen kann, hat uns ganz schön überrascht mit einer Zusammenstellung, die keiner von uns so je gesehen hat:

 

C-fs: 2 – 1 1/3 – 1 – 1 – ½

g-h:  2 – 1 1/3 – 1 – 1 – ½

c1-fs1: 2 – 1 1/3 – 1 1/3 – 1 – 1

g1 – h1: 2 – 2 – 2 – 1 1/3 – 1 1/3

c2 – fs2: 2 2/3 – 2 2/3 – 2 – 2 – 2

c3 – fs3: 4 – 4 – 4 – 2 2/3 – 2 2/3

ab g3: 8 – 8 – 4 – 4 – 2 2/3

 

Ohne diese Mixtur überhaupt gehört zu haben, scheint klar zu sein, dass es sich hier um keine Klangkrone sondern um einen Versuch handelt, der auf eine Persiflage des Nepobarock hinausläuft?

 

Zu dieser vereierten Zusammenstellung ein paar Bilder, bei denen man die kuriosen Pfeifenlängen beachten sollte:

 mixtura_obscura4.jpg

 

mixtura_obscura1.jpg   mixtura_obscura3.jpg

 

gwm ( bei brütender Hitze in Giovanni Laterano und einen Tag vor Abflug nach Fußball-Germanien)

Die Horizontaltrompete von Tamburini in Rom-Santa-Cecilia

Donnerstag, Juli 1st, 2010

Dieses Register – Trompetta orizzontal – II.Manual (Grand Organo) – ist sowohl von der äußeren Erscheinung als auch vom Klang durchaus eine schöne Sache. Wie ist die Konstruktion dieser Becher gestaltet – wurde ich von zwei Orgelfreunden befragt, weswegen ich mit diesem Register aus der Orgel beginne hier wieder unseren Reigen an Orgelregister fortzuführen.

Im Prinzipa handelt es sich um drei Teile des Bechers: a) dem Stumpen, der in der Nuss eingelassen ist. Diese Nuss ist aus Blei mit einer dicken Messinghülse, die in den Stiefel eingelassen ist b) aus dem konischen Mittelteil und c) aus dem gewölbten Aufsatz, der wie bei den Wurlitzer-Orgeln für entsprechende Ästhetik sorgt.

Hier ein Bild, wie sich das in der Orgel ansieht – leider kann man diese Becher außerhalb der Orgel nicht optisch wahrnehmen.

trompetta_orriz.jpg

Dies Konstruktion dieser Pfeifen möchte ich an den folgenden einzelnen Fotos demonstrieren:

trompetta_orriz1.jpg  trompetta_orriz2.jpg  trompetta_orriz5.jpg   trompetta_orriz61.jpg   trompetta_orriz4.jpg

und noch zwei Bilder, welche die Kehlenform und die messinggefasste Bleinuss genauer zeigen:

trompetta_orriz7.jpg    trompetta_orriz8.jpg

gwm